Leitfaden
Website für Handwerker: was sie kostet und bringen muss
Wir sind keine klassische Webdesign-Agentur. Eine Website ist bei uns ein Werkzeug – eingesetzt nur dann, wenn es der Engpass Ihres Unternehmens verlangt. Die meisten Beiträge zu diesem Thema beginnen mit der Annahme, dass jeder Betrieb eine neue Website braucht. Dieser hier fängt mit der Gegenfrage an — denn bei einem Teil der Handwerksbetriebe liegt der größere Hebel woanders, und das sollte man wissen, bevor man Geld ausgibt.
Das Wichtigste zuerst
- • Wenn die Auftragsbücher voll sind, ist eine neue Website selten der dringendste Schritt.
- • Die Telefonnummer mit einem Klick erreichbar zu machen ist wichtiger als jedes Designdetail.
- • Eine Website ist ein Baustein und beginnt bei uns bei 5.000 Euro, laufende Betreuung bei 500 Euro im Monat.
- • In der MEB Unternehmensdiagnose klären wir zuerst, ob eine Website bei Ihnen überhaupt der wichtigste Hebel ist.
Wann sich eine Website lohnt — und wann nicht
Wenn Ihre Auftragsbücher voll sind und alles über Empfehlung läuft, ist eine neue Website nicht Ihr dringendstes Thema. Dann bringt ein vollständig gepflegtes Google-Unternehmensprofil mit Bewertungen mehr — es kostet kein Geld und wirkt schneller.
Wie niedrig die Messlatte dabei oft liegt, zeigt eine Zahl: Eine Auswertung von 1.009 Unternehmen aus neun Branchen ergab für ein durchschnittliches lokales Unternehmen in Deutschland 63 Google-Bewertungen, ohne Gastronomie rund 28 (digital lokal, Studie 2025, Erhebung Juli/August 2025 in der Region Stuttgart, veröffentlicht am 10.11.2025). In vielen lokalen Branchen liegt der tatsächliche Wettbewerb weit darunter.
Eine Website lohnt sich, sobald einer dieser drei Fälle eintritt: Sie wollen wachsen und brauchen Anfragen, die nicht von Zufall abhängen. Sie suchen Mitarbeiter — Bewerber schauen sich den Betrieb vorher an. Oder Ihre Kunden vergleichen mehrere Anbieter, bevor sie anrufen; dann entscheidet der erste Eindruck darüber, wer überhaupt in die Auswahl kommt.
Was wirklich draufgehört
Handwerker-Websites scheitern selten am Design und fast immer daran, dass die Grundfragen nicht in Sekunden beantwortet sind. Vier Dinge entscheiden:
- Was Sie machen und für wen. Oben auf der Seite, in einem Satz, ohne Umschweife. „Elektroinstallation für Privatkunden im Rhein-Sieg-Kreis" schlägt jede Willkommensformel.
- Ihr Einzugsgebiet. Die häufigste unbeantwortete Frage überhaupt: Kommen die überhaupt zu mir? Nennen Sie Orte, nicht Kilometerradien.
- Echte Fotos eigener Arbeiten. Bildagenturmaterial erkennt jeder, und es sagt nichts über Sie. Zehn Handyfotos von tatsächlichen Baustellen wirken stärker als jedes gekaufte Motiv.
- Die Telefonnummer, klickbar. Auf dem Handy, auf jeder Seite, mit einem Klick wählbar. Das ist kein Detail — bei Handwerksleistungen ist der Anruf der häufigste Weg zur Anfrage.
Alles Weitere — Referenzen, Team, Ablauf, Zertifikate — hilft, entscheidet aber selten. Wer die vier Punkte oben nicht hat, gewinnt sie durch mehr Unterseiten nicht zurück.
Fünf Fehler auf Handwerker-Websites
- Keine Telefonnummer im Sichtbereich. Wer erst scrollen oder auf „Kontakt" klicken muss, ruft oft nicht an.
- Kein Einzugsgebiet genannt. Ohne Ortsangaben weiß niemand, ob er zur Zielgruppe gehört — und niemand fragt nach.
- Stockfotos statt eigener Arbeiten. Ein lächelnder Handwerker aus einer Bilddatenbank baut kein Vertrauen auf, sondern Distanz.
- Seit Jahren unverändert. Eine Seite mit Impressum von 2018 wirkt wie ein Betrieb, den es vielleicht nicht mehr gibt.
- Nur eine Seite für alle Leistungen. Wer Bad, Heizung und Photovoltaik anbietet, braucht drei Seiten — sonst wird er für keines davon gefunden.
Was es kostet
Als Baustein innerhalb eines Systems beginnt eine Website bei uns bei 5.000 Euro, die laufende Betreuung bei 500 Euro im Monat. Wir schreiben das hin, weil die Preisfrage bei Handwerksbetrieben immer zuerst kommt und selten beantwortet wird. Vollständige Umsetzungssysteme aus Website, Sichtbarkeit und Anfrageprozess liegen je nach Umfang im vier- bis fünfstelligen Bereich.
Günstiger geht immer. Baukastensysteme kosten wenige Euro im Monat, und wenn Sie eine reine Visitenkarte im Netz brauchen, reicht das völlig — das sagen wir auch Interessenten, bei denen es passt. Der Unterschied zeigt sich erst, wenn die Seite Anfragen erzeugen soll: Dann entscheiden Struktur, Texte und Auffindbarkeit, und die baut kein Baukasten für Sie.
Die nützlichere Frage lautet ohnehin nicht, was die Website kostet, sondern was eine Anfrage darüber kostet. Wer für 5.000 Euro über Jahre Anfragen bekommt, hat anders gerechnet als jemand, der 300 Euro zahlt und nie eine bekommt. Mehr dazu unter Webdesign.
Gefunden werden: der Teil nach dem Bauen
Eine fertige Website ist nicht sichtbar, nur weil sie online ist. Der zweite Teil der Arbeit beginnt danach — und wird beim Angebotsvergleich meist übersehen.
Das Google-Unternehmensprofil
Bei lokalen Suchen steht der Kartenausschnitt über den normalen Ergebnissen. Für Handwerksbetriebe ist das der wichtigste Einstieg überhaupt — wichtiger als die Website selbst. Kostenlos, in einer Stunde eingerichtet.
Eine Seite je Leistung
Wer für „Badsanierung" gefunden werden will, braucht eine Seite über Badsanierung. Eine Seite, die alles gleichzeitig behandelt, rankt für nichts davon richtig. Das ist der häufigste strukturelle Fehler.
Bewertungen
Sie wirken doppelt: im Kartenausschnitt auf die Sichtbarkeit und auf der Website auf die Entscheidung. Und sie kosten kein Budget, sondern Gespräche mit Kunden, die ohnehin zufrieden sind. Mehr dazu im Leitfaden Kundengewinnung.
Der übersehene Nutzen: Bewerber
Fast jeder Handwerksbetrieb sucht Leute. Und fast jeder Bewerber schaut sich den Betrieb vorher im Netz an — noch bevor er auf „Bewerben" klickt.
Was dort steht, entscheidet mit. Eine Seite, die zeigt, wie gearbeitet wird, wer im Team ist und woran gerade gebaut wird, beantwortet Fragen, die sonst im Vorstellungsgespräch Zeit kosten. Sie schreckt außerdem die Falschen vorher ab, was Ihnen Termine erspart.
Bei Klickpreisen von 82,20 Euro für Suchbegriffe rund um Mitarbeitergewinnung im Handwerk (DataForSEO, Google Deutschland, abgefragt am 26.07.2026) ist jede Bewerbung, die ohne Anzeige zustande kommt, bares Geld. Mehr dazu unter Mehr Mitarbeiter gewinnen.
Häufige Fragen
- Was kostet eine Website für Handwerker?
- Bei uns beginnt eine Website bei 5.000 Euro, die laufende Betreuung bei 500 Euro im Monat. Guenstiger geht immer — Baukastensysteme kosten wenige Euro im Monat. Der Unterschied liegt nicht im Aussehen, sondern darin, ob die Seite gefunden wird und ob Besucher am Ende anrufen.
- Braucht ein Handwerksbetrieb überhaupt eine Website?
- Wenn Ihre Auftragsbuecher voll sind und ausschliesslich ueber Empfehlung laufen, ist eine Website kein dringendes Thema — dann sind Bewertungen und das Google-Unternehmensprofil der wirksamere Hebel. Sobald Sie aber wachsen wollen, Mitarbeiter suchen oder in einem Gebiet arbeiten, in dem Kunden vergleichen, wird die Website zum Ausweis Ihrer Ernsthaftigkeit.
- Was gehört auf die Website eines Handwerksbetriebs?
- Vier Dinge entscheiden: Was Sie machen und fuer wen, sofort erkennbar. Ihr Einzugsgebiet. Echte Fotos eigener Arbeiten statt Bildagenturmaterial. Und eine Telefonnummer, die auf dem Handy mit einem Klick waehlbar ist. Alles Weitere ist Zugabe.
- Reicht ein Baukasten wie Wix oder Jimdo?
- Fuer eine reine Visitenkarte im Netz reicht das voellig, und wir sagen das auch Interessenten, bei denen es passt. Ungeeignet wird es, sobald die Seite Anfragen erzeugen soll: Dann entscheiden Struktur, Texte und Sichtbarkeit ueber das Ergebnis — und die baut kein Baukasten fuer Sie.
- Wie lange dauert es, bis die Website Anfragen bringt?
- Ueber das Google-Unternehmensprofil und Bewertungen kommen erste Anfragen oft nach wenigen Wochen. Ueber die Suche nach Ihren Leistungen dauert es drei bis sechs Monate. Wer schneller Ergebnisse braucht, kommt an bezahlten Anzeigen nicht vorbei.
- Hilft eine Website auch bei der Mitarbeitersuche?
- Ja, und das wird regelmaessig unterschaetzt. Bewerber schauen sich den Betrieb vorher an. Eine Seite, die zeigt, wie gearbeitet wird und wer dahintersteht, beantwortet Fragen, die im Bewerbungsgespraech sonst Zeit kosten — und schreckt die Falschen vorher ab.
Ob eine neue Website Ihr wichtigster Engpass ist
In der kostenlosen MEB Unternehmensdiagnose (ca. 45 Minuten) schauen wir uns Ihre jetzige Seite und Ihr Unternehmensprofil an und ordnen ein, wo der größte Engpass liegt. Bei etwa jedem dritten Betrieb lautet die ehrliche Antwort: erst Bewertungen sammeln, Website später — und das sagen wir dann auch. Wir übernehmen bewusst nur zwei neue Umsetzungsprojekte pro Monat.
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